epub kann nichts … oder doch?
16. September 2011 von ralf

Interaktive und multimediale Inhalte wie ein integriertes Memory-Spiel im Kinderbuch sind jetzt auch im epub-Format möglich (Quelle: readbox)
(Wer nur unsere Pressemeldung lesen will, ist hier richtig)
Vielleicht ist es eine subjektive Wahrnehmung, aber in letzter Zeit wird (wieder) verstärkt über “enhanced” eBooks, Interaktivität und Apps als eBook-Format diskutiert. Mit “normalen” eBooks ist kein Hype mehr zu erzeugen, deshalb zieht die Karawane weiter und sucht sich neue Felder, zurzeit eben “angereicherte” eBooks (ich weiss nicht, welchen der Begriffe “enhanced” und “angereichert” ich schlimmer finden soll…).
Da gibt es nur ein Problem: epub und die anderen eBook-Formate erlauben, wenn überhaupt, die Nutzung multimedialer Elemente nur in sehr, sehr begrenztem Umfang. Interaktivität mit dem Leser/User ist praktisch überhaupt nicht möglich. Also experimentieren einige Verlage mit Apps. Der Vorteil liegt auf der Hand: Viel mehr ist möglich, weil die Funktionalitäten der Reader-Anwendung mitprogrammiert werden. Bei immensen Entwicklungskosten und einem Preisgefüge in den AppStores, bei dem Preise über 1,99 Euro als teuer empfunden werden, ist es quasi unmöglich, mit Apps jemals in die Gewinnzone zu kommen (von der Auffindbarkeit von Büchern im AppStore will ich mal gar nicht reden - der richtige Vertriebsweg für Bücher ist ein AppStore meiner Meinung nach nicht). Übrigens geben die Verlage, die im AppStore aktiv sind, unumwunden zu.
Da trifft es sich doch gut ;-), dass auch wir uns in den letzten Monaten viele, viele Gedanken zu diesem Thema gemacht haben. Das alles aber mit einem grundsätzlich anderem Ansatz: Denn wir sind uns sicher, dass eBooks nur dann funktionieren, wenn der Marketing-Mix stimmt:
Produkt + Preis + Vertriebskanal + Werbung
(zum Thema Werbung komme ich nächste Woche nochmal separat - da haben wir auch noch was in der Pipeline).
Dass das Produkt eBook viel mehr sein kann (und sollte) als eine 1:1-Umsetzung eines Druckwerks, versteht sich von selbst, denke ich. Unter anderem genau dort liegen ja auch die Vorteile eines digitalen Produkts. Aber im AppStore funktioniert das nicht, weil Preis und Vertriebskanal nicht passen. Es muss also dort funktionieren, wo die Zielgruppe ist und wo das Preisniveau stimmt. Der Weg geht also nicht an den “klassischen” eBook-Shops - und damit auch den “klassischen” eBook-Formaten - vorbei.
Also haben wir geforscht, entwickelt, probiert, getestet - und herausgekommen sind Erweiterungen zum Standard-epub-Format, die wir auf der Buchmesse zum ersten Mal live zeigen werden und das wir zunächst zugeschnitten auf iBooks und iPad entwickelt haben. So lassen sich z.B. Vorlesefunktionen für Kinderbücher, zum gerade gelesenen Text passende Geräusche oder interaktive Inhalte wie kontextbezogene Puzzles, Suchbilder, Rätsel und Spiele integrieren (siehe z.B. das Bild oben).
Ebenso sind auf diese Weise Romane realisierbar, bei denen etwa der Leser dem Protagonisten den richtigen Weg zeigen muss, oder Reiseführer, die die Atmosphäre der Reiseziele hörbar machen. Auch der Bewegungssensor des iPad kann einbezogen werden, was tolle interaktive Anwendungen ermöglicht, auch und insbesondere in Kombination mit Apples “Fixed Layout”-Spezifikation.
Wer Lust hat, sich das mal “live” anzusehen und auszuprobieren, der sei gerne eingeladen: Während der Frankfurter Buchmesse stehen wir in Halle 4.1, Stand B 1334.
(Dort informieren wir gerne auch über unsere anderen eBook-Lösungen im Bereich Herstellung und digitaler Verlagsauslieferung).
Hier nochmal der Link zu unserer heutigen Pressemeldung.