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Wir sind Bestseller ;-)

Wir liefern unter anderem für den Prospero Verlag (Münster und Berlin) eBooks aus - und da war heute im iBookstore bei Apple etwas interessantes zu beobachten. Der Titel “Unter Haien” der Bestseller-Autorin Nele Neuhaus befindet sich dort nämlich inzwischen auch auf der Bestsellerliste. als ich beim Stöbern heute Abend darüber stolperte, fand ich das Buch zuerst auf Platz 38 (immerhin). In den vergangenen 3 Stunden hat “Unter Haien” jedoch weitere 16 (!) Plätze gut gemacht. Aktuell also Platz 22.

Ich bin sehr gespannt auf die heutigen Verkaufszahlen, die ich erst ab morgen einsehen kann. Und ich hoffe, es geht noch weiter nach oben.

… rund 332 Mio € nämlich, aber der Reihe nach:

Die Buchmesse naht, man merkt es nicht zuletzt an der gestiegenen Nachrichtendichte zum Thema Bücher und - seit Jahren das Lieblingsthema der Medien - eBooks. So zeigt eine aktuelle Sonderstudie der AGOF Bücher als das Top-Produkt im Internet. Quasi gleichzeitig veröffentlicht das Beratungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers die Ergebnisse einer Befragung deutscher Konsumenten zum Thema eBooks. Dort gibt es viel Hoffnungsvolles, aber auch warnende Worte:

Die deutsche Buchbranche droht, die Digitalisierung zu verschlafen.

Zu hohe Preise für eBook-Ausgaben, die Preisbindung und die Benachteiligung der digitalen Bücher durch die volle Mehrwertbesteuerung sind hier zu nennen. Wobei wir uns als Hersteller und Auslieferer von eBooks für Verlage besonders über den ersten Punkt (”zu hohe Preise”) schon immer noch und immer wieder wundern müssen.

Ich will aber auch gleich die positive Nachricht hinterher schieben: eBooks in Deutschland werden sich nach der Voraussage von PriceWaterhouseCoopers nämlich in den kommenden Jahren mit >77% durschnittlichem jährlichem Wachstum deutlich positiv entwickeln und im Jahr 2015 (betrachtet wurde hier nur der Bereich Belletristik) immerhin rund 6% Marktanteil erreicht haben.

In harten Zahlen ausgedrückt heißt das: 20 Mio € Martvolumen in 2010, fünf Jahre später aber schon 352 Mio €. Langsamer als in USA, Japan oder China, aber immerhin …

Umsatzentwicklung eBooks in Deutschland (Belletristik) 2010-2015

Umsatzentwicklung eBooks in Deutschland (Belletristik) 2010-2015

Aber mal zurück zu kritisierten eBook-Preisen:

Um es noch mal ganz klar und deutlich zu sagen: Digitale Bücher sind notwendigerweise günstiger in der Herstellung und im Vertrieb, denn die Stückkosten in diesen Bereichen sind eher marginaler Natur. Storage (Speicherplatz) ist z.B. bei Amazon S3 für 0,15 US$ pro Gigabyte zu haben (selbst wenn wir ein sehr speicherintensives epub mit vielen Bildern und Illustration aus unserem Portfolio als Beispiel nehmen, kommen wir bei der Datenhaltung von rund 6 MB auf Kosten i.H.v. 0,0009 US$ für diesen Titel). Mehr als die eine Datei (pro Format) muss ich auch nicht vorhalten, denn Kopien werden bei Bedarf gemacht - on Demand eben. Und der Vertrieb ist auch übersichtlich zu gestalten - Vertreter brauch’ ich auf jeden Fall nicht für den digitalen Vertrieb. Mal zu schweigen davon, dass die Honorare im digitalen Vertrieb für die Verlage durchaus attraktiver sein können als in der Distribution physikalischer Bücher.

Also: geringere Kosten und höhrer Honorare pro Verkauf? Klingt nicht unbedingt nach einer schlechten Idee - wenn man denn nicht an einen Dienstleister gerät, dessen Geschäftsmodell auf dem Ausnutzen der Unwissenheit der Verlage basiert. Die gibt’s nämlich auch - und dann wird auch relativ schnell klar, warum viele eBooks in Deutschland noch so zu teuer sind. Denn wer monatlich (!) mehrere Hundert Euro pro Titel zu zahlen hat, der muss natürlich auch entsprechende Preise machen, um überhaupt (theoretisch) jemals in die Profitabilität zu kommen.

Dabei kann’s auch anders gehen: Bei uns gibt’s 100 Seiten für 80 Euro, einmalig, Herstellung UND Auslieferung inklusive. Ab dann wird Geld verdient.

Insofern bleibt zu hoffen, dass nicht nur das Angebot der Geräte und eBook-Shops noch besser wird, sondern auch die Anzahl der verfügbaren Titel. Wir jedenfalls arbeiten dran.

screenshot-ibooksWie viele andere habe ich mit Spannung auf das iPhone Update auf iOS4 gewartet. Viele neue Funktionen (auch wenn Multitasking auf meinem 3G offensichtlich nicht funktioniert) - und für mich war besonders die Ankündigung interessant, dass der iBookstore vom iPad nun auch auf das iPhone kommt.

Nachdem ich gestern also das Update heruntergeladen und installiert habe (und danach alle meine Apps und Icons neu arrangieren musste - die “Folder”-Funktion hat mächtig geholfen, das iPhone aufgeräumt zu halten) war ich aber doch einigermaßen verwundert, dass die iBooks-App nirgendwo zu sehen war. Auf dem iPad ist sie ja direkt vorinstalliert. Beim iOS4-Update scheint dies nicht der Fall zu sein.

Auch ein Blick in den AppStore half nicht wirklich weiter, denn auch da ist sie nirgends zu finden. ABER doch gibt es sie - eine schnelle Google-Suche zeigte mir, dass ich nicht der einzige war, der sich diese Frage stellte und sich wunderte. Und natürlich gab es in den einschlägigen Foren aber auch schon eine entsprechende Antwort: Man muss die App nämlich über iTunes laden und dann mit dem iPhone synchronisieren. Da muss man dann auch erstmal drauf kommen.

Ich hab Sie mir jedenfalls nun heruntergeladen und werde sie morgen auf’s iPhone synchronisieren. Ich freu mich schon drauf. Vor allem auch auf die Bücher unserer Verlage, die dort bald erscheinen werden. Denn ab sofort liefern wir eBooks nämlich neben Libri, Ciando, beam und weiteren auch im iBookstore aus (inklusive Herstellung und Abrechnung durch uns). Aber dazu dann nochmal in einem separaten Post mehr.

2010-05-16_bcg-e-reader-studyGerade aus dem Urlaub zurück, lese ich diese Schlagzeile (mit Datum 12.5.2010):

E-Readers and Tablets Are Poised to Become Popular Mass-Market Devices, According to New Study by The Boston Constulting Group

Das hat mich natürlich interessiert und so las ich weiter, unter anderem folgendes Zitat von John Rose, Senior Partner & Managing Director  und der Chef der “Media & Entertainment”-Sparte bei BCG - ich übersetze mal:

Die Ergebnisse der Befragung legen die Vermutung nahe, dass E-Readers und Tablets keine Nischenprodukte für “Early Adopters” sind, sondern die MP3-Player dieses Jahrzehnts werden können. Großmütter werden diese Geräte bald mit sich herumtragen.

Grund genug, einmal genauer hinzuschauen. Worum geht’s also?

Im März wurden von BCG 12.717 Web-Nutzer (die gleichzeitig Leser von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften sind) aus 14 Ländern befragt, wie die Erwartungen und Pläne mit Bezug auf E-Reader und Tablet Computer sine, unter anderem auch in Deutschland. In jedem Land wurden “mindestens 950 Antworten” gesammelt (mit einigen wenigen Ausnahmen, z.B. Österreich, wo 697 Antworten in die Studie eingingen). Weiterlesen »

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